Allgemeine Informationen zur Bevensen-Tagung

Allgemeine Informationen zur Bevensen-Tagung

Siegel Die Bevensen-Tagung ist eine Tagung für Niederdeutsch. Der Verein Bevensen-Tagung e.V. führt diese Tagung zur niederdeutschen Sprache und Literatur durch, auf der Autoren, Wissenschaftler, Verleger und Vertreter niederdeutscher Vereinigungen und Medien das Niederdeutsche fördern, gemeinsame Aktivitäten planen und durchführen.

Zu der ersten „Bevensen-Tagung“ kam es auf Initiative der „Heidjer Speeldeel“. Diese plattdeutsche Laienbühne wollte die Autoren kennenlernen, deren Stücke sie gespielt hatte, und lud sie 1948 zu ihrem Stiftungsfest nach Bevensen ein, das damals noch kein Kurbad war.

In den folgenden Jahren weitete sich der Kreis der Eingeladenen. Zu den Autoren kamen Wissenschaftler mit dem Arbeitsgebiet Niederdeutsch hinzu, Redakteure, Verleger und Angehörige niederdeutscher Bühnen. Motoren dieser „Bewegung“ waren der heimische Autor Fritz Völker und Hermann Quistorf aus Hamburg, der die Bevensen-Tagungen in den ersten zehn Jahren leitete und mit Unterstützung der Bevenser Stadtverwaltung organisierte.

In den 50er Jahren kam es zu Begegnungen der Niederdeutschen aus Ost und West, die aber 1957 von Seiten der DDR nach mehreren gemeinsamen Veranstaltungen abgebrochen und 1987 von der Stadt Bad Bevensen erfolgreich wieder aufgenommen wurden. Nach der Wende im Jahre 1989 ist die Bevensen-Tagung – wie schon im Jahre ihrer Gründung 1948 – wieder zum Zentrum für alle Plattdeutsch-Aktiven zwischen den Landeshauptstädten Magdeburg, Schwerin, Hamburg, Kiel, Bremen, Düsseldorf und Hannover geworden.

Heute hat der Verein 150 Mitglieder, wobei auch stets Gäste zu den Tagungen eingeladen und willkommen sind. Einige kommen sogar aus den Niederlanden, Belgien und Schweden.
Der Verein hat sich laut Satzung die Aufgabe gestellt, mit niederdeutschen Autoren, Wissenschaftlern, Vertretern niederdeutscher Vereinigungen unterschiedlicher Aufgabenbereiche und Freunden des Plattdeutschen sachbezogene Arbeitstagungen durchzuführen und die Diskussion um das Niederdeutsche in der Öffentlichkeit zu aktivieren. Der Aufgaben- und Arbeitsbereich des Vereins ist dabei nicht begrenzt.

Hier eine Aufstellung der Tagungsthemen der vergangenen Jahre:
1995; Nedderdüütsch för Kinner un Jung Lü
1996; In’n Norden nix Nieges?
1997; De Welt is’n Dörp
50 Jahre Bevensen
1998; Översetten in Platt – bruukt wi dat?
1999; De »Charta«… Man Doon is’n Ding
2000; An’ne Eck steiht mien Leevsten up Herrn Pastor sien Kauh
2001; William, maak da keen Drama van…
2002; Dichter ran
2003; Ik bün ja so slecht
2004; De Tied schrifft
2005; As’n Fisch in’t Net(t)
2006; Greten fragt: „Woans höllst du dat mit de Religion?“
2007; °60: Graad sösstig – Bevensen blifft
2008; „Jümmers krank un nich eenmal doot“
2009; „Kannitverstahn“ – is nich allens Schokolaad wat bruun is … –
2010: „Wat wull de Kierl“
2011: „As dat Wünschen noch holpen het“
2012: „Vun Minschen un Deerten“
2013: „Dat Beste an’t Morden“
2014: „Wiehnachten sünd wie wedder Tohuus“
2015: „Bämsen blifft Bunt“
2016: „Bämsen – dor sitt Musik in“

Von den alljährlich stattfindenden Tagungen werden Tagungsberichte erstellt, die wichtige Dokumente zur niederdeutschen Kultur und Kulturgeschichte darstellen, sowie die Entwicklung der niederdeutschen Literatur aufzeigen.
Ein 1987 zusammengestellter Chronikband enthält Zeugnisse aus dem Zeitraum 1948 bis 1955, für den bis dahin keine Hefte vorlagen. Somit ist die Geschichte der Bevensen-Tagung lückenlos dokumentiert. In einem zweiten Chronikband, der 1988 erschienen ist, sind Anekdoten, Bilder und Briefe aus vierzig Jahren Bevensen-Tagung veröffentlicht.
Niederdeutsch ist eine alte Kultursprache in Norddeutschland. Sie ist Trägerin einer speziellen Kultur in der Region. Der Verein Bevensen-Tagung bildet seit 1948 das einzige Diskussionsforum, das sich mit allen Teilbereichen des Niederdeutschen beschäftigt, neben der Literatur, mit dem Theater, den Schulen, den Medien usw..
Neben den Referaten und Vorträgen zur niederdeutschen Sprache und Kultur werden im Rahmen der Bevensen-Tagung im jährlichen Wechsel folgende Preise vergeben:

1.) Bad Bevensen-Preis
Dieser Preis ist mit 2.000,– € dotiert.
Stifterin ist die Stadt Bad Bevensen.

Der Preis wird für besondere Leistungen auf dem Gebiet vokaler und instrumentaler
Gestaltung und Interpretation niederdeutscher Texte verliehen.

2.) Hans-Henning -Holm-Preis
Dieser Preis ist mit 1.500,– € dotiert.
Stifterin ist die Niedersächsische Sparkassenstiftung

Der Preis wird für besondere Leistungen auf dem Gebiet des niederdeutschen Hörspiels verliehen.

3.) Johannes-Saß-Preis
Dieser Preis wird im Jahr 2010 vergeben.
Stifterin ist die Wäscherei Erika, Bad Bevensen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Bevensen

Der Preis ist mit 2.000,– € dotiert und wird für Arbeiten auf literaturwissenschaftlichem, literaturkritischem und volkstümlichem Gebiet mit dem Schwerpunkt „Neuniederdeutsch“ verliehen.

4.) Lüttjepütt-Preis
Dieser Preis ist mit 3.000,– € dotiert.
Stifterin ist die Niedesächsische Sparkassenstiftung

Der Preis wird für niederdeutsche Projekte für Kinder und Jugendliche oder Projekte von
Kindern und Jugendlichen verliehen.